
Das Schloss Schleißheim in Oberschleißheim bei München zählt zu den bedeutendsten barocken Schlossanlagen Deutschlands und verkörpert in besonderer Weise die repräsentative Prachtentfaltung der Wittelsbacher. Die weitläufige Anlage besteht aus dem Alten Schloss, dem Neuen Schloss und dem Schloss Lustheim, die durch kunstvoll angelegte Barockgärten miteinander verbunden sind. Besucherinnen und Besucher erleben hier nicht nur eine eindrucksvolle Architektur, sondern auch ein Ensemble, das die höfische Kultur des 17. und 18. Jahrhunderts lebendig werden lässt.
Das Alte Schloss, ursprünglich als Landsitz und Jagdschloss Herzog Wilhelms V. errichtet, besitzt noch heute den Charakter eines frühen Renaissancebaus. In seinen Räumen wird die Geschichte der Schleißheimer Schlossanlage anschaulich vermittelt. Das Neue Schloss, das unter Kurfürst Max Emanuel entstand, sollte ursprünglich als bayerische Residenz auf europäischem Spitzenniveau dienen. Mit seinen großzügigen Sälen, der prachtvollen Haupttreppe und dem imposanten Großen Galerieflügel erinnert es an die großen Vorbilder des französischen Hofes und zeigt den Anspruch des Herrschers, Bayern zu einer bedeutenden Macht im Reich zu erheben.
Schloss Lustheim, am östlichen Ende des Gartens gelegen, wirkt dagegen wie ein heiterer Rückzugsort. Der pavillonartige Bau beherbergt heute die bedeutende Sammlung ostasiatischer Porzellane der Stiftung Ernst Schneider und bietet zugleich herrliche Ausblicke auf die streng symmetrischen Gartenachsen. Die Schleißheimer Gärten selbst zählen zu den schönsten Barockgärten Europas. Präzise geschnittene Hecken, Wasserbecken, Kanäle und lange Sichtachsen schaffen ein harmonisches Zusammenspiel von Natur und Architektur.
So präsentiert sich Schloss Schleißheim als eindrucksvolles Gesamtkunstwerk, das die Ambitionen und die kulturelle Blütezeit der bayerischen Kurfürsten eindrucksvoll widerspiegelt.